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Ärzte und Chirurgen

Beim Careggi Krankenhaus hält Krebs nicht auf, Mutter zu sein

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Aus biologischer Sicht besteht kein Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Krebs, erklärt Dr. Marco Bernini, Brustchirurg am Universitätskrankenhaus Careggi  in Florenz. Der Chirurg ist seit 2012 Mitglied der Breast Unit des Krankenhauses und widmet sich ausschließlich der Behandlung von Brustkrebs. Das Florentiner Brustzentrum, das vierte in Italien nach den Mailänder Zentren, wurde noch vor der europäischen Gesetzgebung von 2013 eingerichtet und wurde schnell zu einer italienischen Spitzeneinrichtung.

Die Zahl der Brusttumore steigt, aber die Sterblichkeitsrate sinkt. Der Arzt weist darauf hin, dass der Anstieg nicht auf ein verstärktes Screening zurückzuführen ist, sondern dass das Durchschnittsalter der Patienten gesunken ist.  Darüber hinaus ist Brustkrebs die häufigste Neoplasie bei Frauen. Die Frühdiagnose ermöglicht es allerdings, Tumore im Frühstadium zu erkennen, so dass sie leichter heilbar und behandelbar sind. Dies ist nicht nur den zahlreichen Präventionskampagnen zu verdanken, sondern auch der Verfügbarkeit wirksamerer Therapien, insbesondere im pharmakologischen Bereich. 

Diese Krebsart betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Selbst wenn die Brustdrüse klein und atrophisch ist, kann sich Krebs entwickeln. Von 100 Fällen, die in der Brustabteilung des Careggi-Krankenhauses diagnostiziert werden, sind schätzungsweise 0,7-0,8 % männlich. Männer ignorieren das Thema oft, weil sie fälschlicherweise glauben, dass es sie nicht betrifft. Dies führt dazu, dass Krebs bei Männern immer erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Die Überlebensrate bei Männern ist niedriger, nicht wegen aggressiverer Tumore, sondern wegen mangelnder Information über das Thema und später Diagnose.

Die einzigen Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Brustkrebs betreffen die späte Diagnose und die Operation. Bei Männern wird keine konservative Operation durchgeführt da der verbleibende Brustteil immer entfernt wird.

Brustkrebs ist stets ein Einschnitt im Leben einer Frau, und während der Schwangerschaft ist die emotionale Belastung noch größer.

Zu dieser Zeit ändern sich sowohl die Diagnose als auch die Behandlung. So wird beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung, die keine Nebenwirkungen hat, und eine histologische Untersuchung empfohlen, um diagnostische Sicherheit zu erlangen. MRT-Untersuchungen können auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden, da die elektromagnetischen Strahlungen keine Schäden verursachen.

Bei Brustkrebs in der Schwangerschaft ist man insbesondere im ersten Trimester mit komplexen Entscheidungen konfrontiert. Ein kleiner Tumor im Frühstadium, der bereits im ersten Trimester diagnostiziert wird, kann operiert werden, und man kann die Behandlung auf ein späteres Stadium verschieben. Dies kommt jedoch nur in seltenen Fällen vor.

Ab dem zweiten Trimester ist die Situation etwas einfacher, da die Chemotherapie mit schwangerschaftsgerechten Protokollen durchgeführt werden kann. Im dritten Trimester ist es möglich, die Entbindung durch eine kombinierte Operation, bestehend aus einem Kaiserschnitt und einer Operation zur Entfernung des Brusttumors, vorzuziehen.

Eine von Krebs genesene Frau kann wieder Kinder bekommen und stillen. Es besteht die Möglichkeit, sowohl nach der Operation als auch nach der medizinischen Behandlung schwanger zu werden. Zudem ist in der Toskana die Kryokonservierung von Eizellen für alle Frauen unter 42 Jahren mit Krebserkrankungen gewährleistet. Nicht alle Frauen laufen Gefahr, nach der Behandlung unfruchtbar zu werden, doch bietet dieses Verfahren die Möglichkeit, nicht auf die Mutterschaft verzichten zu müssen.

Ärzte müssen diese Alternative vorschlagen, damit Frauen eine so wichtige Chance in ihrem Leben nicht verpassen.

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